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Führungskräfte, die andere zur Größe inspirieren

Was bedeutet das eigentlich? Human Capital? Sind sie sich sicher, nicht doch Finanzkapital zu meinen? Warum sorgt man sich überhaupt so über das Thema "Human Capital"? Warum soll es absolute Priorität haben?

Vor nicht ganz einem Jahrhundert, gründeten Geschäftsführer aus Nordamerika die Organisation "The Conference Board". Ihre grundlegende Absicht war es herauszufinden, was tatsächlich das Geschäft zum Laufen bringt und man ist bis heute erfolgreich damit. Über viele Jahre hat das "Conference Board" international herausragende Geschäftsführer beobachtet, um herauszufinden, mit welchen Herausforderungen diese konfrontiert sind. Das jüngste Ergebnis könnte Sie überraschen (oder aber auch nicht): Es handelt sich um Human Capital!

Digitalisierung, Transformationen und Disruption unserer Arbeitswelt verlangen von uns Höchstleistungen und besondere Anforderungen an Führungskompetenzen. Mit unseren Kunden haben wir auf globaler Ebene unzählige Entwicklungsprozesse durchgeführt. Transformation erfordert immer eine grundlegende Verhaltensänderung jedes Einzelnen. Auch hat sich bestätigt, dass sich Führungskräfte international in einem Punkt einig waren: Mitarbeiter zu befähigen, ihre Potenziale zu entfalten und auszuschöpfen muss oberste Priorität haben!

Es gibt also einen entscheidenden Schlüsselfaktor zwischen Unternehmen, die ihren Erfolg nachhaltig und langfristig fortsetzen und denen, die dieses Ziel nicht erreichen: 

Es sind die Führungskräfte, die in der Lage sind, gemeinsam mit den Mitarbeitern deren Wert und Stärke zu reflektieren, damit sie gerne ihr Bestes am Arbeitsplatz leisten und so zu Höchstleistung motiviert sind. Dies ist die Basis, auf der eine gemeinsame, starke Kultur und vertrauensvolle Zusammenarbeit geschaffen werden kann. Im heutigen Wissenszeitalter ist und bleibt die Unternehmenskultur der wichtigste Wettbewerbsvorteil - alles andere kann kopiert werden.

Nun nehme ich an, dass Sie sich die Frage stellen: Wo sind nun die starken Unternehmenskulturen, wenn sich doch so viele des Hauptproblems bewusst sind und sich dies in den oftmals sehr schlechten Ergebnissen von Mitarbeiterumfragen widerspiegelt? Viele Unternehmen wissen doch eigentlich, wonach sie sich ausrichten sollten. 

Lassen Sie uns dieses Problem genauer untersuchen: 

Die Mehrheit der im Betrieb arbeitenden Personen ist mehr oder minder unbeschäftigt oder von eigentlichen Aufgaben entbunden worden. Gemäß der "Gallup Organization" handelt es sich hierbei um beinahe 70%.  Nimmt man noch Führungskräfte und Manager hinzu, steigt die Prozentzahl auf alarmierende 80%. Das ist mehr als schockierend und im Grunde zeigt dieses Ergebnis, dass Führungskräfte offensichtlich bei jedem achten von zehn Mitarbeitern in Hinsicht auf Mitarbeitermotivation und Inspiration scheitern!

Ich möchte Sie einladen, sich über folgende Frage Gedanken zu machen: Wie viele von Ihnen glauben wirklich daran, dass die Mitarbeiter in Ihrer Organisation mehr Intelligenz, Talent, Kompetenz, Kreativität und Einfallsreichtum besitzen, als ihre aktuelle Position und Tätigkeit es erfordert oder gar anbietet? Ich bin davon überzeugt, dass viele darauf mit "Ja, ich glaube schon" antworten würden. Warum ist das so? Weil zu viele Führungskräfte nicht wissen, wie sie ihre Mitarbeiter richtig führen und motivieren sollen. Sie begreifen nicht, dass ihre Hauptaufgabe darin liegt, ein Rahmenmodell zu entwickeln, mit welchem sie ihre Mitarbeiter befähigen, deren besten Beitrag liefern zu können. 

Wenn wir uns nun mit einer Studie des "Stanford University's Center for Leadership Development & Research" beschäftigen, dann ist Mitarbeiterbefähigung die ‚größte Schwäche' von CEOs, weil sie schier nicht die ‚Soft Skills' zur Mitarbeiterführung besitzen.

Natürlich gibt es auch sehr viele sehr gute Führungskräfte - was endlich mal eine gute Nachricht ist! Dennoch sind sich viele auch darüber bewusst, dass sie nicht den besten Job machen, was die Potenzialentfaltung ihrer Mitarbeiter angeht.

Führung beeinflusst nachweislich die Ergebnisse des gesamten Teams. Daher werden für überdurchschnittliche Ergebnisse professionelle Führungskräfte und Teammitarbeiter gebraucht, die sowohl sich selbst effektiv managen, als auch erfolgreich mit anderen zusammenarbeiten können. Führungskräfte müssen erkennen, dass es wichtiger denn je ist, den Menschen - ihren Mitarbeiter - mit Herz und Seele als Ganzes zu betrachten. Dies wird in der digitalen Welt umso wichtiger und muss der wichtigste Job sein, den sie aktiv umsetzen! Es sind nicht nur die CEOs, sondern Führungskräfte auf allen Ebenen, die sich mit dieser (Führungs-)Aufgabe auseinander setzen müssen -  insbesondere diejenigen, die sich neu in ihrer leitenden Rolle befinden. 

Viele Führungskräfte haben einen akademischen Abschluss und punkten mit analytischem, logischem Sachverstand und rechtlichem Geschick, was überaus wichtig ist. Worin sie aber nicht unterrichtet wurden ist, wie man Menschen effektiv führt und welcher Fähigkeiten es bedarf, Vertrauen zu bilden, konstruktiven Umgang mit Fehlern zu meistern oder gar offenes Feedback zu geben.  Befehlen war gestern, nur wer mitreißen, inspirieren und Angestellte mental unterstützen kann, bekommt engagierte Mitarbeiter. Gefragt sind schon lange nicht mehr nur Autorität und Sachverstand, sondern die Gabe Menschen zu befähigen!

Während die Unternehmenskultur nachweislich an Bedeutung gewinnt und den absoluten Wettbewerbsvorteil ausmacht, überlassen leider noch zu viele Unternehmen die Entwicklung ihrer Kultur dem Zufall. Nach zahlreichen Gesprächen zu diesem Thema mit Führungskräften verschiedener Management-Ebenen auf der ganzen Welt, möchte ich abschließend an das bekannte Zitat des Management Experten Peter Drucker erinnern: "Culture eats Strategy for Breakfast, and it's only when you fully understand what this means that you'll lead a successful company."

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Eva Schuld

Eva Schuld

Eva ist Client Partner bei FranklinCovey für die Rhein-Main Region. Nach vielen Jahren in Unternehmen der Gesundheits- und Personaldienstleistungsbranche berät Eva heute Unternehmen im Bereich der Management- und Organisationsentwicklung. Ihr besonderes Interesse gilt der Kulturentwicklung in Organisationen, dem betrieblichen Gesundheitsmanagement und den aktuellen Leadership Trends.